Montag, 18. Januar 2016

News: »Fröhliche Wissenschaft« bei Matthes & Seitz Berlin

"Matthes & Seitz Berlin" informiert über seine Neuerscheinungen in der Reihe »Fröhliche Wissenschaft«:


»Das Mit-sich-selbst-Sprechen ist nicht bereits Denken, aber es ist die politische Seite alles Denkens: dass sich selbst im Denken Pluralität bekundet.«
Hannah Arendt


Hannah Arendt: Sokrates. Apologie der Pluralität
Mit Beiträgen von Matthias Bormuth und Jerome Kohn, aus dem Englischen von Joachim Kalka

Hannah Arendt dachte zeitlebens im Horizont Sokrates', sie stellte den Lehrer Platons in den Mittelpunkt ihrer Versuche, ein politisch relevantes und persönlich haltbares Denken für die Moderne zu begründen. Meisterhaft entfaltet diese Vorlesung aus den 50er Jahren eine Apologie der menschlichen Pluralität. So wendet sich Arendt gegen die platonische Versuchung, der Relativität der möglichen Wahrheiten mit der absoluten Autorität eines wegweisenden Denkansatzes begegnen zu wollen. Entscheidend ist für Arendt der innere Dialog, den Sokrates philosophisch initiierte.


Neil MacGregor: Globale Sammlungen für globalisierte Städte
Mit einem Nachwort von Hermann Parzinger, aus dem Englischen von Stefanie Rentsch

Ob Berlin, London oder Singapur: Jede Metropole vereint Menschen aus der ganzen Welt mit ihren unterschiedlichen Traditionen, Religionen und Sprachen. Auch die großen Museen spiegeln diese kulturelle Vielfalt der Welt wider, stammen ihre Sammlungen doch ebenfalls aus aller Welt. Welche Rolle spielen Museen in der modernen Stadt, wie gestaltet sich das Verhältnis der urbanen Vielfalt zu den globalen Sammlungen, wie sie in Berlin das Humboldt-Forum ausstellen wird.


Alles ist erlaubt. Das Karamasow-Gesetz
Herausgegeben von Thomas Martin

»Ist, wenn Gott tot ist, alles erlaubt ?« Was gilt, wenn das Karamasow-Gesetz gilt? Die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz hat zum sich nähernden Ende der Intendanz Frank Castorfs 22 Autoren – Petra Coronato, Mark Fisher, László F. Földényi, Thomas Macho, Jean-Luc Nancy, Philipp Schönthaler, Xifan Yang, Frank Witzel, Slavoj Žižek und andere – eingeladen, sich damit auseinanderzusetzen. 22 Originalbeiträge und ein neu ins Deutsche übertragener Beitrag von Fjodor M. Dostojewski.


Säkulare Tabus. Die Begründung der Unverfügbarkeit
vom Bijan Fateh-Moghadam, Thomas Gutmann, Michael Neumann und Thomas Weitin

Das religiös begründete Tabu taugt in der säkularen Moderne kaum mehr zur Setzung allgemeiner Normen. Doch ist zu beobachten, dass sich in Zeiten gesellschaftlicher Verunsicherungen und moralischer Herausforderungen durch Terrorismus und Krisen religiöse Argumentationsmuster als Grundlage gemeinsamer Werte mehren und die politische Debatte eigentümlich verzaubern und durch ihre Unbestimmtheit lähmen.