Donnerstag, 22. Januar 2015

Willi Heinrich: In einem Schloß zu wohnen

Schon als pubertierende Jugendliche hat so manchen die angedeutete (für die damalige Zeit schon zu weitgehende) Erotik in Willi Heinrichs Büchern in eine Welt eintauchen lassen, über die niemand sprach. In seinem Roman "In einem Schloß zu wohnen" führt er uns darüberhinaus in ein Welt zurück, die wir gerne als Nachkriegsdeutschland bezeichnen.

Wir sprechen über eine Zeit, die 1950er Jahre, wo sich schon herauskristallisiert hatte, daß die, die die Hitlerzeit gut überstanden hatten, auch jetzt wieder am besten aus den Startlöchern kamen. Die Beamten, Polizisten, Richter blieben weitestgehend die gleichen. Die Unternehmer ebenso. Die verhärmte Moral und massenweise Flüchtlinge aus dem Osten trieben der Christdemokraten die Wähler zu; die an Obrigkeitshörigkeit gewöhnten Menschen übernahmen die ihnen übergestülpte Wirtschaftsordnung und "Demokratie" so, wie es sich die amerikanischen Befreier wünschten. Die Restauration der Gesellschaft lies die Kommunistenhatz gedeihen, das Feindbild war der Russe und die "friedliebenden" Deutschen hatten endlich wieder eine Armee.

In Heinrichs Roman wird diese Zeit ins Gedächtnis zurückgerufen und die Gegesätzlichkeit von Arm und Reich, mit aller Scheinmroal, auf die Beziehung der reichen, schönen zum armen Chauffeur reduziert. Der Machfülle des Industriellen, steht die Machtlosigkeit des Angestellten gegenüber. Vielleicht ist es die Dümmlichkeit(?) des Hauptdarsteller, Rupert Kruedener, die das Mitleid erregt, vielleicht ist es die Erotik des Romans, die diese nette Unterhaltungliteratur lesenswert macht.

Das Buch erschien 1989 im "Heyne Verlag".


ISBN 3-4530-0997-5

Hier bei Amazon und Buecher.de (nur gebraucht) zu erhalten.

Das Buch ist im "Begegnungszentrum Pattaya" zur Ausleihe vorhanden.

Das Bild stammt von www.amazon.de.